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Persischer Kalender

Der iranische Kalender beruht auf dem Umlauf der Erde um die Sonne, es handelt sich also um einen Sonnenkalender. Er ist eine Weiterentwicklung des Nouruz-Nameh-Kalenders (Nouruz-Nameh = Buch über Neujahr) des Omar Chayyam. Er wurde am 31. März 1925 (nach dem Gregorianischen Kalender) in Persien eingeführt.

Der erste Tag des iranischen Kalenders wird bestimmt durch den astronomischen Frühlingsbeginn, d. h. die Frühlingstagundnachtgleiche. Diese liegt im Gregorianischen Kalender zwischen dem 19. März und 21. März. Wenn der Zeitpunkt der Frühlingstagundnachtgleiche vor 12:00 Uhr Ortszeit Teheran ist, wird dieser Tag der erste Tag des neuen Jahres, ansonsten der nächste Tag. Ein Jahr im iranischen Kalender geht also immer von einer Frühlingstagundnachtgleiche bis zur nächsten. Das entspricht relativ genau dem tropischen Jahr aber nicht ganz. Das Jahr besteht aus 12 Monaten, deren Bezeichnung seit ca. 3000 Jahren unverändert blieb:

 

Zeitraum

Name

mittelpersisch
(pahlavi)2

avestisch

Bedeutung

Entsprechendes
Sternzeichen

Tage

Bemerkungen

21. März bis 20. April

Farwardin فروردین

Frawardīn

Fravashinam

loslassen

Widder

31

Frühlingsbeginn

21. April bis 21. Mai

Ordibehescht اردیبهشت

Ardwahischt

Asha Vahista

Gerechtigkeit

Stier

31

 

22. Mai bis 21. Juni

Chordād خرداد

Hordād

Haurvata

Richtige Gesetze

Zwillinge

31

 

22. Juni bis 22. Juli

Tir تیر

Tīr

Tishtria

Regenengel

Krebs

31

Sommerbeginn

23. Juli bis 22. August

Mordād مرداد

Amurdād

Ameretat

ewige Engel

Löwe

31

 

23. August bis 22. September

Schahriwar شهریور

Schahrewar

Kheschtravarija

Himmelsstadt

Jungfrau

31

 

23. September bis 22. Oktober

Mehr مهر

Mihr

Mithra

Sonne, Freundschaft, Liebe

Waage

30

Herbstbeginn

23. Oktober bis 21. November

Ābān آبان

Ābān

Apam

Beschützer des Wassers

Skorpion

30

 

22. November bis 21. Dezember

Āsar آذر

Ādur

Atar

Feuer

Schütze

30

 

22. Dezember bis 20. Januar

Déi دی

Day

Dino

Gebetsmonat

Steinbock

30

Winterbeginn

21. Januar bis 19. Februar

Bahman بهمن

Wahman

Wahuman

Großmut

Wassermann

30

 

20. Februar bis 20. März

Esfand اسفند

Spandarmad

Spendaramd

Bescheidenheit

Fische

29 oder 30

je nach Schaltjahr

 

Die Zeitrechnung des iranischen Kalenders beginnt nicht mit der Geburt Christi, sondern mit der Umsiedlung (Hidschra) des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Somit befinden wir uns vom 21. März 2006 bis 20. März 2007 laut persischem Kalender im Jahre 1385. Für Daten zwischen dem 1. Januar und dem 21. März (in Schaltjahren 20. März) müssen 622 Jahre, und für Daten zwischen dem 20./21. März und dem 31. Dezember 621 Jahre von der westlichen Zeitrechnung abgezogen werden.

Das offizielle iranische Kalender wird nach dem Sonnjahr und den iranischen Monaten zusammengestellt. Der erste Farwardin (21. März) ist der iranische Neujahrsbeginn. Das Mondjahr wird im Iran offiziell mitgeteilt. Ein Mondjahr ist 10. Tage kürzer als ein Sonnjahr und deshalb sind die Tage der religiösen Zeremonien; die nach dem Kalender des Mondjahrs gezählt werden; von einem Jahr zum Nächsten unterschiedlich.

Seit 1925 wird im Iran offiziell nach Sonnenjahren gerechnet. Die von den Arabern eingeführte islamische Zeitrechnung nach Mondjahren mit 345 Tagen wurde für den saatlichen Bereich abgeschafft, weil sie eine ständige Verschiebung gegenüber dem gregorianischen Kalender mit sich brachte und so den Verkehr mit den nichtislamischen Ländern erschwerte. Ausgangspunkt für die Jahreszählung ist aber nach wie vor die Auswanderung Mohammeds aus Mekka 622 n.Chr.

 

Die Feiertage

11. Februar: Jahrestag der Revolution
13. Februar: Eide Ghorban (Opferfest)
20. März: Tag der Verstaatlichung der Ölindustrie
21. - 25. März: Iranisches Neujahr
14. März: Ashoura
1. April: Jahrestag der Gründung der Republik
2. April: öffentlicher Bekenntnistag
15. Mai: Mouloud (Geburtstag des Propheten Mohammad)
4. Juni: Todestag des Imam Khomeini
5. Juni: Jahrestag der Auflehnung gegen den Schah
24. September: Leilat al-Ghadr (Himmelfahrt des Propheten)
12. Oktober: Geburtstag von Imam Mahdi
25. - 27. November: Beginn des Eid e-Fitr (Ende des Ramadan)
10. Dezember: Todestag des Propheten

 

Hinweis:

Die oben angegebenen Daten für islamische Feiertage sind nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr.

Der Fastenmonat Ramadan ist auch für Touristen von besonderer Bedeutung, da Während dieser Zeit alle Restaurants tagsüber geschlossen sind.

Anders als in vielen arabischen Ländern laufen im Iran die Geschäfte im Ramazan normal weiter, die Öffnungszeiten von Banken und Büros ändern sich in der Regel ebenfalls nicht.

Es empfiehlt sich daher, daß die Touristen das Datum ihrer Einreise mit ihrem Reisebüro vereinbaren. Das ist besonders deshalb wichtig, weil die Iraner im Ramadan Festender und im Monat Moharram Trauender sind, wovon die Atmosphäre und die laufenden Tätigkeiten der Gesellschaft stark beeinflußt werden.

Andererseits ist der Iran ein islamisches Land. Daher spielt der islamische Kalender eine große Rolle. Die meisten Feiertage im Iran sind religiöse Fest- oder Trauertage, die mit dem Vorabend beginnen. Daher wird häufig in der Bevölkerung der Abend als Tagesbeginn angesehen. Die persische Sprache unterscheidet hier genau. Der "Abend des Freitags" bezeichnet den Abend und die Nacht vom Donnerstag zum Freitag, während "Freitag Abend" den Abend und die Nacht vom Freitag zum Samstag meint. Ein Tagesbeginn zur Zeit des Sonnenaufgangs scheint heute nicht mehr bekannt zu sein.

Im Iran ist es üblich, den Frühlingsanfang und das neue Jahr feierlich zu begrüssen. In Kalendern ist sekundengenau dieser Moment verzeichnet, im Fernsehen läuft eine Uhr, die ebenfalls die Sekunden zählt. Und dennoch ist dieser Tag nicht automatisch der Neujahrstag, unabhängig davon, ob man den Tagesbeginn am Vorabend bei Sonnenuntergang oder um Mitternacht ansetzt. In der Regel beginnt derzeit das Jahr erst am folgenden Tag.

 

Zusammenfassung:

Der heutige iranische Kalender lässt sich in seinen Grundzügen zurückverfolgen bis in die Zeit der Achämeniden. Seine Grundeinheit bildet das Sonnenjahr, das unterteilt wird in 12 Monate. Die ersten sechs Monate haben je 31 Tage, die folgenden fünf Monate je 30 Tage. Der letzte Monat zählt im Gemeinjahr 29 und im Schaltjahr 30 Tage. Dies ergibt eine Jahreslänge von 365 Tagen im Gemeinjahr und von 366 Tagen im Schaltjahr.

Das iranische Jahr ist rein astronomisch definiert. Es beginnt und endet jeweils in dem Moment, in dem der Sonnenmittelpunkt die aufsteigende Ekliptik schneidet. Der Tag, auf den dieses Ereignis fällt, ist der erste Tag des neuen Jahres, sofern dieser astronomische Frühlingsbeginn vor 12.00 Uhr Mittags iranischer Zeit eintritt, ansonsten wird Neujahr auf den folgenden Tag verschoben. Diese Regelung bewirkt, dass zwar grundsätzlich jedes vierte Jahr ein Schaltjahr ist, in mehr oder weniger regelmässigen Abständen jedoch ein fünfjähriges Schaltintervall eingeschoben werden muss. Einige der gebräuchlichen Umrechnungstabellen tragen diesem Tatbestand nur unzureichend Rechnung. Daher werden an anderer Stelle neu überarbeitete Tabellen wiedergegeben, die auf einfache Art eine korrekte Umwandlung iranischer Daten in den abendländischen Kalender und umgekehrt ermöglichen.

 

Anhang

Es bedeutet:  

A

Jahreszahl nach dem julianischen Kalender

 

B

Jahreszahl nach der Ära Dschelal ed-Dins

 

C

Zeitpunkt des Äquinoktiums in Ortszeit Isfahan

 

D

Schaltjahr bei Datumsgrenze zu Mittag

 

E

Schaltjahr bei Datumsgrenze Sonnenuntergang Vorabend

 

F

Schaltjahr nach Abd ar-Rahman Chazini

 

G

Schaltjahr nach Nasir ed-Din Tusi

 

H

Schaltjahr nach Wüstenfeld-Mahler